Die Vorlese Liese mit einem Stapel Bücher

Die Vorlese Liese Folge zwei

Bei der Aufnahme der zweiten Folge für meine „Vorlese Liese“ stellte sich bereits heraus: Wir haben eine gewisse Routine bekommen. Mein Bruder wusste, was er zu tun hatte, und ich wusste, dass ich jeden Satz, bei dem ich mich auch nur ein klitzekleines bisschen versprochen hatte, umgehend neu einsprechen musste. Alles, was man im Nachhinein hinzufügt, kostet Zeit und nimmt unter Umständen einen etwas anderen Klang an. Zufrieden hörten wir uns die Geschichte noch einmal an.
“Weißt du noch, bei unserem ersten Umzug?”, fragte ich ihn, als wir zu jener Stelle kamen, an der Lotta all ihre Sachen einfach in die Kartons wirft.

Mein Bruder schüttelte den Kopf. Dieser Umzug ist ein Moment in unserem Leben, an den wir nicht gern denken. Kein Kind findet es toll, von einem großen Haus mit Garten in eine kleine Wohnung mitten in der Innenstadt zu ziehen.
“Damals habe ich meine Sachen in Kisten gepackt und einfach alles zusammengeworfen. Mama hat dann dazwischengefunkt und mir gesagt, dass ich aussortieren muss. Meine Güte, hat mich das genervt”, erzählte ich.
“Daran kannst du dich erinnern?”, wunderte sich mein Bruder.
“Ja. Ich fand es unmöglich”, sagte ich mit einem Grinsen.

Seitdem bin ich selbst mehrere Male umgezogen. Allein und auch mit Kindern und ich kann die Genervtheit meiner Mutter jetzt nachvollziehen. Und auch ihren Wunsch, doch bitte den ganzen Kram durchzuschauen und zumindest ein paar Dinge auszusortieren. Damals aber, mit etwa fünf Jahren, kränkte mich ihre Kritik. Und deswegen muss Lotta Wirrkopf jetzt das Gleiche erleben. Entschuldige, Lotta!

Jenga-Attacke

Jengasteine und ein Recorder sorgten für den notwendigen Sound.

Die Geschichte liegt schon sehr lange in meiner Schreibtischschublade (oder vielmehr auf meiner Festplatte) und ich hoffe, sie macht vielen Kindern Freude. In der Postproduction gab es Probleme mit dem Auffinden eines bestimmten Sounds.
“Ich finde keine Bausteine, die jemand durch die Gegend tritt”, sagte mein Bruder.“Kein Problem!”, beruhigte ich ihn. “Das übernehmen wir.”
Ein Haufen Jenga-Steine und ein motivierter Elfjähriger genügten, um den Auftrag zu erledigen. Mein Sohn hatte einen Riesenspaß dabei, die Holzklötze durchs Wohnzimmer zu treten und wir hatten den Sound, den wir brauchten. Jetzt ist es also wirklich eine Familienproduktion.


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